C-Glossar
Cabernet Franc - Eine Art Mischung aus Merlot und Cabernet Sauvignon. Im Médoc gibt er dem fertigen Wein mehr Aroma und Bouquet, in Saint-Emilion mehr Struktur und Komplexität. Lange vernachlässigt, feiert er heute seine Renaissance, ganz ähnlich wie der Pitit Verdot, der fast ausschließlich im Médoc angepflanzt wird und unglaublich kräftige, harte Grundweine mit Biss ergibt, die aber hervorragend altern.
Cabernet Sauvignon - Bekannteste Bordeaux-Sorte. Er ist relativ krankheitsresistent und ergibt Trauben mit kleinen, dickhäutigen Beeren. Zu vollendeter Reife kommt er nur unter den besonderen Bedingungen des Médoc und der Graves. In den Spitzengewächsen dieser Gebiete kann er durchaus bis zu 70 % des Rebsatzes ausmachen. Grundweine aus Cabernet Sauvignon besitzen eine extrem satte, dunkle Farbe und eine kräftige, herbe Textur und duften nach Cassis, Pfingstrose und Johannisbeere.
Carignan - die fünftmeist angebaute rote Rebsorte der Welt; die Sorte stammt aus der spanischen Region Aragón, von wo aus sie sich ab dem 12. Jahrhundert verbreitete. In Frankreich ist sie mit 18% Anteil die meistangebaute Rebsorte, vor allem im Gebiet Languedoc-Roussillon, wo sie die Hälfte der Rebfläche ausmacht. Sie ergibt einen tiefdunklen, säure- und tanninreichen Wein. Alte Rebstöcke erbringen besonders charaktervolle Weine.
Cave - Keller; in der Champagne fast immer unterirdisch.
Champagne - Eine ehemalige Provinz des alten Frankreich, liegt ca. 150 km nordöstlich von Paris. Hier treffen sich mildes atlantisches Klima und das rauhere Kontinentalklima. Die Grenzen des durch seinen spezifischen Kreideuntergrund natürlich bestimmten Anbaugebietes wurden durch ein französisches Gesetz offiziell festgelegt. Der Champagne-Bereich umfasst rund 34.000 ha , wovon derzeit mehr als 25.000 ha mit Reben bebaut sind. 250 Gemeinden mit unterschiedlich charakterisierten Lagen und Eigenarten teilen sich dieses Gebiet. Außerhalb der „Champagne-Grenzen“ darf kein Champagner angebaut oder hergestellt werden.
Champagner-Weinsorten - Pinot Meunier. >> Pinot Noir. >> Chardonnay.
Charakter - Weist ein Qualitätswein auf, wenn er ein unverwechselbares, deutlich erkennbares Bild ergibt und beim Degustator eine positive oder negative Reaktion auslöst.
Chardonnay - Einzige erlaubte weiße Rebsorte in der Champagne.
clairet - hellrot, fast rosé
Cognac - Das Anbaugebiet für Cognac erstreckt sich entlang den Ufern der Charente - eines mächtigen Flusses, den Henri IV. als den "schönsten Flusslauf seines Reiches" bezeichnete. Das Gebiet umfasst einen großen Teil des Département Charente, die Charante-Maritime sowie einige Gemeinden in der Dordogne und den Deux-Sèvres. Es zeichnet sich durch die Vielfalt seiner Böden aus. Weite kreidehaltige Felder, Ebenen mit rötlich-steiniger Erde, grüne Täler, die sanfte Hügel von Sumpfgebieten trennen und dazwischen immer wieder Wälder mit vielen verschiedenen Baumarten. Diese Vielfalt findet sich im Bouquet und Aroma eines jeden Cognac wieder; sie bereichert ein Produkt, das sich auf der ganzen Welt großer Beliebtheit erfreut. Mitten im Zentrum des beschriebenen Gebietes liegen die Städte Jarnac, Segonzac sowie Cognac - letztere gab dem berühmten Branntwein den Namen. Cognac ist 465 km von Paris, 120 km von Bordeaux und 100 km von La Rochelle entfernt. Mit geringen Niederschlägen und einer Durchschnittstemperatur von 13,5° C. (6,5° C. im Winter, 21,5° C. im Sommer) profitiert dieses Land von klimatischen Bedingungen, die geradezu ideal für die Entwicklung eines Weinberges höchster Qualität sind. Vermutlich ist es das milde Klima, dessen besonderer Zauber für die sprichwörtliche "Art de Vivre" im Land des Cognac verantwortlich ist. Die für die Cognac-Herstellung verwendeten Trauben stammen ausschließlich von weißen per Verordnung festgelegten Rebsorten. Die Herstellung des Weines erfolgt auf natürliche Art und Weise - verboten sind der Zusatz von Zucker und die Verwendung der Endlospresse (Archimedische Schraube).
Cognac-Alterung - Sie ist ein notwendiger Vorgang, damit aus den Destillaten Cognac wird. Sie erfolgt in speziellen Fässern, die zwischen 270 und 450 Liter fassen. Einer der entscheidenden Faktoren, die das Reifen des Cognac beeinflussen, ist der natürliche Feuchtigkeitsgehalt der Lager, in denen die Fässer verwahrt werden. Besteht ein ausgewogenes Klima in den Lagern, wird der Cognac weich und altert auf harmonische Weise. Während der langen Reifephase, die sich häufig über Jahrzehnte erstreckt, erhält der Cognac sein volles Aroma. Das porige Eichenholz (stammt traditionell aus den Limousin- oder Troncais-Wäldern) ermöglicht einen Austausch zwischen Luft und Destillat. In dieser Zeit entzieht der Cognac dem Eichenholz sogenannte "Trockenextrakte" - Substanzen, durch die er seine goldgelbe bis feurigbraune Farbe erhält und die ihm mit der Zeit das typische Cognac-Bouquet und den >> Rancio verleihen. Der Reifeprozess vollzieht sich in drei Phasen: Extraktion, Abbau oder Hydrolyse und zum Schluss die Oxydation. Die ältesten Destillate reifen im Allgemeinen in dunklen Räumen - abgeschieden von den anderen Lagern. Sobald sie ihre optimale Reife erlangt haben, unterbricht der "Maître de Chai", zu deutsch Kellermeister, den Reifeprozess und lässt sie in sehr alte Eichenfässer umfüllen. Anschließend kommt der ausgereifte Cognac in Korbflaschen, auch "Dames-Jeannes" genannt. Hier hat er keinen Kontakt mehr zur Luft und hält sich so über Jahrzehnte, ohne sein Bouquet zu verändern. Während der langen Alterung entzieht der Cognac dem Eichenholz Duft- und Geschmackstoffe. Gleichzeitig verliert er aufgrund des Kontaktes mit der Luft nach und nach an Alkoholgehalt und Volumen. Bei diesem Prozess verdunsten umgerechnet jährlich über 20 Millionen Flaschen Cognac. Um höchste Qualität zu erzielen, nehmen die Hersteller den harten Tribut jedoch gerne in Kauf. Bei der Alterung entstehen alkoholische Dünste, die einem mikroskopisch kleinen Pilz - dem "torula compniacensis" - als Nahrung dienen. Er schwärzt in der Region die Mauern der Häuser und gibt ihnen somit ihre typische Farbe.
Cognac-Destillation - Cognac wird durch die Destillation von Weißwein gewonnen. Die Trauben hierfür werden innerhalb des Gebietes mit gesetzlich geschützter Herkunftsbezeichnung geerntet. Die Weine haben einen hohen Säure- und einen schwachen Alkoholgehalt. Ist die alkoholische Gärung beendet, muss der Weißwein sofort destilliert und zu Cognac weiterverarbeitet werden. Die Destillation selbst erfolgt traditionsgemäß in zwei separaten Brennvorgängen in der "Charentaiser Brennblase". Der charakteristisch geformte Brennkessel wird auf offenem Feuer erhitzt. Ein oliven- oder zwiebelförmiger Helm schließt ihn nach oben hin ab. Der Helm verengt sich zum sogenannten Schwanenhals, der dann in die Kühlschlange übergeht; diese wiederum führt durch einen mit Kühlwasser gefüllten Behälter. Der ungefilterte Wein wird im Brennkessel erhitzt. Die aufsteigenden alkoholischen Dämpfe sammeln sich im Helm und gelangen durch den Schwanenhals in die Kühlschlange. Dort kondensieren sie und laufen als "Broullis", also als Rauhbrand, ab. Diese leicht trübe Flüssigkeit hat einen Alkoholgehalt von 27 - 30 Vol.%. Sie wird erneut in den Brennkessel gefüllt und ein zweites Mal destilliert. Das Ergebnis ist die "Bonne Chauffe" - der sogenannte Feinbrand. Bei diesem zweiten Vorgang ist das Fassungsvermögen der Brennkessel auf 30 hl und die Füllmenge auf 25 hl begrenzt. Dem Destillateur kommt nun die schwierige Aufgabe zu, das sogenannte Herzstück vom Rest zu trennen. Die zuerst auftretenden Dämpfe sind sehr alkoholreich (Vorlauf) und werden abgetrennt. Sie machen etwa 1 - 2 % des Volumens aus. Das dann folgende Herzstück, aus dem der eigentliche Cognac entsteht, ist ein klarer Branntwein, dessen durchschnittlicher Alkoholgehalt maximal 72 Vol.% erreichen darf. Sinkt der Alkoholgehalt auf 60 Vol.%, beendet der Destillateur den zweiten Durchlauf und trennt den Nachlauf ab. Vorlauf und Nachlauf werden entweder zusammen mit dem Wein oder dem Rauhbrand erneut destilliert. Während der beiden Destillationsphasen - ein Zyklus dauert etwa 24 Stunden - überwacht der Destillateur genauestens die jeweiligen Auslaufzeiten und Temperaturen. Das verlangt große Aufmerksamkeit und Erfahrung. Durch die Einflussnahme auf das Destillationsverfahren gibt er dem Cognac seine persönliche Note. So bestimmt der Destillataur zum Beispiel über den Anteil an Hefen, die Wiederverwendung des Vor- und Nachlaufs im Wein oder Rauhbrand sowie die Temperaturkurven. Während der Wintermonate arbeiten die Brennereien Tag und Nacht. In dieser Zeit leben die Charentaiser, dem Rhythmus der Brennphasen angepasst, in einer ganz eigenen Atmosphäre. Sie breitet sich rund um Alkohol, Kupferkessel und Backsteine auf geheimnisvolle Art und Weise aus. Das Brennrecht endet am 31. März des auf die jeweilige Ernte folgenden Jahres. Oft ist die Charentaiser Brennblase mit einem energiesparenden Weinvorwärmer gekoppelt. Dieses nicht verbindlich vorgeschriebene Gerät ermöglicht aufgrund dort hindurchgeleiteter Alkoholdämpfe ein Vorwärmen des anschließend zu destillierenden Weines.
Coteaux Champenois - Stiller Wein der Champagne. Hierfür gelten gleich strenge gesetzliche Regeln wie für den Champagner selbst. Varianten: weiß, rosé, rot.
Coteaux du Languedoc - Insgesamt 168 Gemeinden, davon fünf im Departement Aude, neunzehn im Departement Gard und die übrigen im Departement Hérault, bilden ein Weinbaugebiet, dessen Reblagen über das gesamte Languedoc verstreut sind, in der Zone der Hügel und der Garrigue (immergrüne Strauchheide), die sich von Narbonne bis Nimes erstreckt. Diese in erster Linie auf Rot- und Roséweine spezialisierten terroirs erzeugen die AOC Coteaux du Languedoc.
Côtes du Roussillon und Côtes du Roussillon-Villages - Die Weine dieser Appellationen kommen aus den besten Reblagen der Region mit einer Rebfläche von rund 6.800 ha. Die Côtes du Roussillon-Villages befinden sich im nördlichen Teil des Departements Pyrénées-Orientales. Die Rotweine werden aus Carignan noir (max. 60%), Grenache noir, Lladoner Pelut, Cinsaut als Hauptsorten sowie max. 10% Syrah, Mourvèdre und Macabeu als Nebensorten verschnitten (zumindest zwei Hauptsorten und eine Nebensorte). In knapp 90 Gemeinden wird auch >> Rivesaltes produziert.
Cuvée - Komposition von Weinen verschiedener Lagen, Rebsorten und Jahrgänge. Damit werden der gleichmäßige, für ein Haus typische Geschmack einer Marke erzielt und jahrgangsbedingte Qualitätsschwankungen ausgeglichen. Cuvée ist aber auch die Bezeichnung für die erste Pressung der Reben (2050 l Most aus 4000 kg Trauben).
Cuvée de prestige - Spitzenqualität eines Champagnerhauses aus den besten Weinen; länger gelagert als üblich und in besonderen Flaschen abgefüllt.
Cru - Gewächs; auch Lage bzw. Ort.
